Hochschule MittweidaNewsProjektberichtVeröffentlichung

Bitcoin schürfen mit Windenergie

Wenn Windkraftanlagen nach 20 Jahren Betriebsdauer aus der EEG-Förderung fallen und somit nicht mehr kostendeckend arbeiten, bedarf es neuer Geschäftsmodelle. Clemens Fröhlich, forschender Mitarbeiter am Institut für Energiemanagement, hat sich unter anderem das Bitcoin-Mining genauer angesehen.

Der Hauptkostenfaktor zur Berechnung neuer Bitcoin-Blöcke liegt nicht in der hochspezialisierten Hardware, sondern in der genutzten elektrischen Energie, genau jener Ressource, die nicht mehr subventionierte Windenergieanlagen liefern können. Ob die Kombination der beiden Technologien für ein tragfähiges Geschäftsmodell taugt, hängt vordergründig von drei Faktoren ab: der Menge des erzeugten Stroms, der Rechenleistung der sogenannten Bitcoin-Miner und dem erzielten Wechselkurs für die Internetwährung Bitcoin.

Clemens Fröhlich hat das neue Geschäftsmodell an einem konkreten Beispiel für das Jahr 2019 nachvollzogen, in welchem er verschieden teure und leistungsfähige Bitcoin-Miner in unterschiedlicher Anzahl gegenüberstellt. Betrachtet hat er drei Windenergieanlagen in der Nähe der thüringischen Stadt Apolda, für die ab dem Jahr 2021 die EEG-Förderung entfallen, wenngleich sie noch weitere zehn Jahre betrieben werden können.

Eines seiner Ergebnisse zeigt, dass eine durchschnittliche Vergütung von bis zu ca. 26 ct je Kilowattstunde für 2019 möglich gewesen wäre. Das liegt deutlich über den 2 ct/kWh, welche der Betreiber ab 2021 im Mittel von der Strombörse zu erwarten hätte und übersteigt sogar die Erträge aus der EEG-Förderung (9,9 ct/kWh) um mehr als das Doppelte. Allerdings entsprach die Konfigurationsvariante mit dem höchsten Ertrag auch jener mit den größten Anschaffungskosten für leistungsstarke Technik. Zudem liefern die zugrundeliegenden Daten aus 2019 keine Prognose für kommende Jahre, da diese in Anbetracht der Unsicherheitsfaktoren nur schwerlich möglich ist. Weder Wechselkurse der Bitcoins noch Windmenge oder die Entwicklung der Rechenleistung im Netzwerk sind zuverlässig vorhersagbar. Eine Veränderung einer der drei oben genannten Einflussgrößen kann sich deshalb enorm auf das Ergebnis auswirken. Der Betrieb von Bitcoin-Mining durch Windenergie bleibt somit ein risikobehaftetes Unterfangen.

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse kann im Konferenzband zum Scientific Track der Blockchain Autumn School Nr. 1, 2020 nachgelesen werden.

 

Ansprechpartner

Clemens Fröhlich

Tel.: 03727 / 58 1524
Fax: 03727 / 58 2 1524
E-Mail: cfroehl1@hs-mittweida.de
Raum: 11-214

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.